Nominierungen
Fotograf: Max Wasserkampf Parktoilette im Park an der Ilm, Weimar, Deutschland
Die Parktoilette unternimmt den Versuch, den Ort »Öffentliche Toilette« zu mehr als einem industriell gefertigten Zweckbau zu machen. Bedient haben sich Naumann Wasserkampf an historischen Vorbildern, die in eine angemessene, zeitgenössische Sprache übersetzt sind.
Das WC ist parallel zu den Parkwegen gesetzt; erschlossen wird es von den Stirnseiten. Die Lage der Zugänge verhindert direkte Einblicke von den Parkwegen in die Sanitärräume. Der dienende Raum zur Aufbewahrung von Putzutensilien und für die Technik liegt hinter einer Tapetentür an der Langseite.
Der Baukörper besitzt eine klassische Gliederung in Sockel, Schaft und Dachfläche. Der umlaufend betonierte Sockel schütz die Fassadenhaut vor Spritzwasser. Im Innenraum ermöglicht ein Fliesenspiegel von 1,20 Metern Höhe die gründliche Reinigung. Das Traggerüst wurde in Holzständerbauweise geplant. Als aussteifende Elemente und Gesicht des Gebäudes kommen farbig behandelte Massivholz-Dreischichtplatten zum Einsatz, innen sind sie naturbelassen. Die Fügung der Fassadenteile erfolgt durch lackierte Stahlprofile. Die Verschraubungen sind nicht versteckt, sondern betonen die Gliederung der Fassade. Das Dach aus zwei großen Brettschichtholzplatten und einer Stehfalzdeckung aus Kupfer schützt mit 95 Zentimetern Überstand die Fassade sowie den Besucher vor Nässe.
Die Gestaltung der Parktoilette ging bis zur besonderen Ausbildung der Wasserspeier und Signaletik, die eigens hierfür entworfen wurden.
ID
000
Architekturbüro
Naumann Wasserkampf Architekten
Lisztstraße 35
99423 Weimar
http://www.naumann-wasserkampf.com
info@naumann-wasserkampf.com
Projektteam
- Julia Naumann, stellvertretende Projektleitung
- Max Wasserkampf, Projektleitung
- Pascal Schettki, Projektarchitekt
Bauherren
Klassik Stiftung Weimar
Tragwerksplanung
Ingenieurbüro für Baustatik Weimar, Weimar
Haustechnik
Ingenieurbüro Hirsch, Erfurt

