Nominierungen
Fotograf: Florian Holzherr, Gauting Hinterhofhaus, München, Deutschland
Nur viereinhalb Meter breit, steht das Haus im Hinterhof so, als hätte es schon immer da gestanden. Tatsächlich war das „weiter-“ – oder besser gesagt – „fertigbauen“ des Hofensembles eine grundlegende Idee. Die gewohnte, eingepasste Erscheinung jedoch ist mehr Ergebnis als Gestaltungswille.
Viele Entscheidungen haben die Architekten – im Nachhinein betrachtet – eher auf genotypischer, statt phänotypischer Ebene getroffen: Oft war nicht die Frage, „Wie wird das aussehen?“ wichtig, sondern: „Wie wäre das in einem völlig unarchitektonischen Bauvorgang entschieden worden?“, „Was ist zum Beispiel im praktischen Sinne wirklich nützlich?“
Ursprünglich wollten die Architekten ein unkompliziertes Haus, den oft erwähnten „Normalfall“. Aber allein die Zwänge aus dem Baurecht und der bewusste Umgang mit dem Baumangel und Zufall als Freund, machten das kleine grüne Haus zu einem in sich widersprüchlichen und komplexen Gebäude. Bewusst bewegten sich die Architekten immer auf der Gratwanderung zwischen Natürlichem und Künstlichem, Pittoreskem und „charmlosen Hinterhofstil“.
Alejandro de la Sotas Gedanke von der „Architektur des Unperfekten“ hat die Architekten ständig begleitet. Man kann das Haus als klare Gegenhaltung zu dem beinahe krampfhaften, ja banal abgehobenen, Anspruch auf eine oberflächliche, durch Richtlinien, Zulassungen und Vorschriften ins Abstrakte abgerückte handwerkliche Perfektion verstehen.
ID
055
Architekturbüro
gerstmeir inić architekten
Zeppelinstraße 59
81669 München
http://www.gi-a.de
si@gi-a.de
Projektteam
- Thomas Gerstmeir, Partner
- Siniša Inić, Partner
Tragwerksplanung
Ingenieurbüro Kaspar & Teuteberg, München
Haustechnik
Josef Haydn GmbH, Passau
Elektro
Elektro Forster, Aiglsbach

